Begleite mich auf dem Weg zum Systemgastronom


Fabio Spennato, Baujahr 1982
Fabio Spennato, Baujahr 1982

 

Ich bin Fabio, leidenschaftlicher Unternehmer und möchte hier mit dir alles Wissenswerte rund ums Thema Unternehmertum in der Gastronomie teilen.

 

Wenn du dich auch vom Selbständigen zum Unternehmer weiterentwickeln willst, bist du hier genau richtig.

 

Dank jahrelanger Erfahrung im Foodtruck-Business und jetzt als Unternehmer kenne ich alle Vor- und Nachteile, aber auch Fallstricke beim Aufbau und der Führung eines Unternehmens. Ich nehme dich mit in meinen Alltag als Unternehmer, teile mit dir unsere Entwicklung und auch aktuelle Ereignisse in unserem Unternehmen. In den nächsten Monaten erfährst du anhand meines

persönlichen Beispiels, worauf es für dich als Entrepreneur in der Gastro-Szene ankommt.

 

Damit du besser nachvollziehen kannst, wie ich zum Unternehmer wurde, bekommst du hier eine erste Kurzfassung meines Werdegangs.

 

Wie ich mir eine Idee in den Kopf setzte, mit einem Foodtruck anfing und mein Wissen nutzte und vom kleinen Selbstständigen zum Unternehmer wurde. 

 

Von der Idee zum wahrgewordenen Traum

 

Alles begann mit einem Traum – Pizza verkaufen. Schon als kleiner Junge habe ich von nichts anderem geschwärmt und als Halbitaliener ist mir die Leidenschaft für Pizza praktisch mit in die Wiege gelegt worden.

 

Die großen Vorbilder aus Amerika, wie McDonalds und andere Restaurantketten, habe ich schon damals bewundert. Dort Essengehen war jedes Mal ein Erlebnis. Von großen bebilderten Tafeln wählen, ruck zuck direkt am Schalter seine Bestellung bekommen und von der Theke aus in die Küche spähen können. Sowas wollte ich auch machen! 

 

Mir war schon sehr früh klar, dass ich mein eigener Herr sein wollte, aber die klassische Gastronomie und eine normale Pizzeria nicht zu mir passen. Der Verkauf sollte schnell gehen und die Arbeitsabläufe möglichst einfach umsetzbar sein. Kurz: Systemgastronomie verbunden mit authentischer, italienischer Pizza und 100 % Geschmack. Mir war bewusst, dass ich einen ganz eigenen Weg finden musste, um meinen Traum zu wirklichen. Wie? – das stand lange Zeit noch in den Sternen. 

 

Die Idee Pizza zu verkaufen hatte sich hartnäckig in meinem Kopf festgesetzt und 2012 kam das Ganze dann ins Rollen. Über verschiedene Blogs und YouTube hatte ich von der Pizza Napoletana erfahren und war von Anfang an begeistert. Noch im selben Jahr bin ich nach Neapel gefahren, um die Mutter aller Pizzen direkt vor Ort testen zu können. Ich war sofort Hals über Kopf verliebt. Qualität, Schnelligkeit und sowohl die einfache, als auch geniale Zubereitungsart haben mich beeindruckt. Als gelernter Bäcker war ich bereits mit einer gewissen Grunderfahrung am Start, trotzdem war es noch ein langer Weg zum Pizzaiolo.

  

Der Foodtruck-Hype

 

Dann kam 2013 auch zum ersten Mal der Foodtruck-Hype aus den USA wirklich spürbar in Deutschland an. Vielleicht ein für mich passenden Konzept? Einer der ersten Foodtrucks überhaupt war „Ribwich“ aus Nürnberg. Der damalige Gründer hatte mir persönlich vom nicht immer einfachen Alltag als Foodtrucker berichtet. Nichtsdestotrotz standen nun Idee, Produkt und die Möglichkeit einer Umsetzung fest. Ich war voller Tatendrang, mit meinem eigenen Pizza-Foodtruck in München loszulegen.

 

Mein Produkt: Die echte Pizza Napoletana, gebacken im Holzofen bei 480°C. Ein Holzofen für den Garten war schnell gekauft und ich fing an zu testen und meine Pizza zu entwickeln. Die ersten Versuche stießen in meinem Umfeld schon auf viel positive Resonanz. Da mein Startkapital sehr überschaubar war, entschied ich mich, den Bau des Wagens, so weit wie möglich, selbst zu übernehmen. Ich kaufte einen alten Pferdeanhänger, informierte mich über lebensmittelrechtliche Bedingungen und begann den Wagen zu meinen Zwecken umzubauen.

 

Kurz vor Ende der Fertigstellung hatte mich dann mein damaliger Arbeitgeber aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt. Ich war von heute auf morgen arbeitslos. Arbeitslos, aber mit Foodtruck. So blieb mir gar nichts anderes übrig, als schnellstmöglich den Wagen fertigzustellen und mit dem Verkauf meiner echten neapolitanischen Pizza zu starten.

 

Am 13.8.2014 war es soweit. Mein allererster Mittagsstandplatz war ein Vorplatz einer mir bekannten Werbeagentur. Mein erster Umsatz: 180 €. Ich blieb hartnäckig am Ball und es kamen schnell weitere Mittagsstandplätze dazu. Auch starteten die ersten Streetfood Festivals. Der Run auf diese Festivals war zu Beginn so groß, dass alle teilnehmenden Foodtrucks in kürzester Zeit ausverkauft waren. Ich fand mich mit meiner Idee und meinem Wagen in mitten eines Megahypes wieder. Ich hatte Glück und den richtigen Zeitpunkt erwischt!

 

Catering: Die lukrative Einnahmequelle

 

Nach und nach kamen auch die ersten Cateringanfragen dazu und ich merkte recht schnell, dass dies die lukrativste Einnahmequelle überhaupt ist. Um von potenziellen Kunden besser gefunden zu werden, habe ich so schnell wie möglich meine Webseite soweit umgestellt, dass ich bei der Suche auf Google sehr weit oben ranke und mich meine Kunden gleich finden. Das funktioniert mit ganz bestimmten Catering Key-Words auf der Webseite. Ab 2018 konnte ich mich dann auf vereinzelte Mittagsstandplätze und Cateringanfragen konzentrieren. Mit meinem Foodtruck auf Festivals zu fahren war für mich nun wirtschaftlich nicht mehr interessant, da dieser Hype spürbar abgenommen hatte. 

 

Vier Jahre lang war ich selbstständiger Foodtrucker und habe von Planung über Auf- und Wiederabbau alles alleine gestemmt. Natürlich hatte ich auch Minijobber und Aushilfen, die mich hin und wieder unterstützten. Die Umsätze waren aber nie so groß, dass ich mir Personal dauerhaft hätte leisten können. Ohne Unterlass alles alleine durchzuziehen war langfristig einfach nicht möglich. Mein Körper quittierte mir die Überlastung und ich rutsche in ein Burnout. Mir war klar, dass sich etwas ändern musste. Arbeit abgeben und delegieren und trotzdem Chef bleiben. Nicht mehr selbst und ständig im Alltagsgeschäft arbeiten, sondern nur noch für das wachsende Unternehmen. Der Weg vom Selbständigen zum Unternehmer war nicht einfach. Zum einen konnte ich körperlich nicht mehr 100 % geben, zum anderen konnte ich aber auch nicht plötzlich auf den monatlichen Umsatz verzichten. Eine Zwickmühle.  

 

Ich hatte eine Menge Know-how über Pizza und wusste genau, mit welchen Geräten und Prozessen eine hochwertige Pizza neapolitanischer Art gelingt. Das musste sich doch irgendwie weiterentwickeln können. Der Entschluss war schnell gefasst: Mit einem Geschäftspartner einen Pizza Lieferservice betreiben. Das Ziel: Die Prozesse so zu gestalten, dass auch unausgebildete Mitarbeiter eine der geilsten Pizzen der Welt zubereiten können. 

 

Der zweite Schritt: Vom Foodtrucker zum Unternehmer

 

Die Suche nach dem richtigen Geschäftspartner war nicht einfach, da ich in meinem Netzwerk nicht fündig wurde. Doch ich hatte zum zweiten Mal großes Glück. Über das Netzwerk meines besten Freundes habe ich meinen jetzigen Geschäftspartner kennengelernt. Wir verstanden uns auf Anhieb sehr gut und auch er wollte sein eigener Chef sein und selbstbestimmt Geld verdienen. Nach einigen Gesprächen wurde die Zusammenarbeit mit einem GbR-Vertrag besiegelt und wir starteten unsere erfolgreiche Kollaboration. 

 

Ende 2018 hatten wir mit der Planung unseres Pizza Lieferservice begonnen und konnten dann bereits im Frühjahr 2019 damit starten. Wie du dir vorstellen kannst, gab es bis dahin jedoch viele Hürden zu meistern. 

 

Wie unsere Entwicklung im Detail aussah, was es ganz allgemein in der Gastronomie zu beachten gilt und welche Unternehmer-Skills unerlässlich sind, genau darüber möchte ich dir in den kommenden Monaten gerne mehr erzählen.