Die Food Truck Story

1 Kommentar

Food Service (Ausgabe 02.2015)

Die Medien sind begeistert! Ob große Tageszeitungen, Fachzeitschriften, Fernsehsender oder Fashion Blogs, alle finden Street Food geil und Food Trucker unheimlich zeitgemäß. Deutschland freut sich und vielerorts sprießen umgebaute Fahrzeuge und hippe Fressmärkte aus dem Boden. Folgende Schlagwörter werden gerne mit dem Trend in Verbindung gebracht: Gesund, Frisch, Regional, Preiswert. Alles toll? Jein!

In diesem Fall spreche ich nicht nur aus der Sicht eines Bloggers, sondern auch, und das ist der große Unterschied, aus der Sicht eines Food Truckers. Seit einem halben Jahr bin ich selbst Besitzer eines umgebauten Food Trailers. Die Lust auf ein eigenes Projekt und die Liebe zur neapolitanischen Pizza gaben mir den Anlass, die Chance zu nutzen und das Abenteuer zu starten. Die Erfahrungen die ich veröffentliche sind echt und entsprechen ganz der Realität. Ja, das aktuelle Medienecho hilft der ganzen Food Truck Branche. Das Thema wird in der breiten Masse bekannt und viele Menschen interessieren sich für Street Food.

Was ist denn ein Food Truck? Hochwertiges Essen für alle, dann wenn die Menschen hungrig sind und dort wo es in der Regel keine Gastronomie gibt. Was in den USA entstand und als Trend in vielen Ländern expandiert wurde, ist seit ca. 3 Jahren auch immer öfter in Deutschland zu finden. Aber was toll klingt und oftmals schön aussieht, entspricht nicht der Wahrheit. Anhalten und an der Straße verkaufen ist gesetzlich nicht erlaubt. Standplätze auf Firmengelände sind daher die “unschöne” Notlösung. Die Akquise dieser Plätze entspricht dem Kampf “David gegen Goliath”. 200-300 Menschen sollten zur Mittagszeit zu erreichen sein und mind. 100 davon als Kunden gewonnen werden. Jedoch sind diese Flächen ohne einer in der Nähe installierten und subventionierten Kantine absolute Mangelware. Sehr gute Standorte für Food Trucks sind rar, die Preissensibilität bei Kunden zur Mittagszeit ist enorm.

Die nächste Notlösung muss her: Street Food Märkte. In vielen Städten sprießen sie aus dem Boden. Jeder der eine Leidenschaft für gutes Essen besitzt, eine Lebensmittelbelehrung und ein Gewerbe vorweisen kann, ist als Anbieter herzlich eingeladen. Viele exotische Speisen werden frisch zubereitet und verkauft, der Wettbewerb ist groß und nimmt stetig zu. Problem: Mehr als 3 oder 4 Portionen bekommen normalsterbliche Gäste an einer Veranstaltung nicht runter. Wettbewerb belebt bekanntlich das Geschäft, auf einem reinen Fressmarkt kann er mitunter auch tödlich sein. Standmiete, Personal und Wareneinsatz mit eingerechnet. Es gibt mit Abstand deutlich attraktivere Geschäftsmodelle.

Wo geht die Food Truck Deutschland Reise hin? Erfolgreiche Food Trucks, die passend zu ihrer Zielgruppe ein einzigartiges Produkt erschaffen haben, werden ihre Fans auch noch über Jahre hinweg auf Deutschlands Parkplätzen bedienen können. Unabhängig von Standorten, werden diese Konzepte immer ihre Zielgruppe mitnehmen und begeistern können. Voraussetzung ist ein attraktiver Deckungsbeitrag pro Speise, und am besten ohne gigantischem Kostendruck im Rücken. Für andere Trucks, die evtl. ein aktuelles Trendprodukt anbieten und gerne auch wöchentlich ihr Menü umstellen, für die wird es mittelfristig schwer werden sich gegen die klassischen Wettbewerber durchzusetzen. Die laufenden Kosten sollten auch bei einem mobilen Geschäft nie unterschätzt werden.

Jetzt noch einsteigen und einen Food Truck kaufen? Mein vorläufiges Resümee: Das Produkt ist König! Tolle (teure) Trucks, schöne Namen, kreative Webseiten etc. können niemals einem starken und einzigartigen Produkt, das in Qualität, Geschmack und Preis bei vielen Menschen überzeugt, das Wasser reichen. Das Leben eines Food Truckers ist hart und mühsam, zumal wenn er vieles selbst macht um somit die Kosten im Rahmen zu halten. Wie schon erwähnt, es gibt deutlich attraktivere Geschäftsmodelle. Alles was zählt, ist die Leidenschaft für richtig gutes Essen. Die Erfahrung könnte als Sprungbrett in die etablierte Gastronomie (evtl. Systemgastronomie) dienen, mit einem getesteten Konzept, welches auf Deutschlands Straßen geschmacklich und vor allem wirtschaftlich überzeugen kann.

von Fabio Spennato - 23.02.2015

GOOSE Food Truck – Frankfurt

0 Kommentare

Und wieder startet ein cooles Food Projekt in Frankfurt. GOOSE nennt sich der Food Truck, der für individuelle Waffel Kreationen und einem umgebauten Citroen HY steht.

Die Gründer berichten: “Irgendwann als ich mit Freunden in Berlin war, liefen wir an einem Waffelladen vorbei. Herzhafte belegt mit Mozzarella, Pesto und Tomaten klang so lecker, dass wir unbedingt eine probieren wollten. Doch spätestens nach dem uns die Waffeln serviert wurden, Weiterlesen

Alle Food Trucks in Deutschland (aktuelle Auflistung)

0 Kommentare

 

 

 

 

Das Thema Street Food in Deutschland nimmt richtig Fahrt auf. Es wird Zeit für eine Liste, zur Orientierung und zum weiterleiten. Ihr kennt einen Food Truck in Deutschland der hier nicht aufgelistet ist? Bitte eMail an: fabio@foodszene.de 

Anzahl: 138 Food Trucks mit Mittagsgeschäft und Fahrplan (Stand: 24.05.2016) / durchgestrichen = Kapitulation

Weiterlesen

Burrito Bande – Frankfurt

0 Kommentare

Burritos sind die neuen Burger in Deutschland. Auch 2 Jungs aus Frankfurt haben den Trend schnell erkannt und sich entschlossen, einen Food Truck auf Hessens Straßen zu schicken. Jan Dinter und Oliver Meiser gründeten vor ein paar Monaten die <<Burrito Bande Systemgastronomie GmbH>>. Hilfreiche Unterstützung holten sie sich direkt aus der Food Truck Szene. So standen die Jungs aus Nürnberg (RibWich) sowie Stuttgart (Erna&Co) bei Fragen rund um das Thema <<Food Truck in Deutschland>> zur Seite. Weiterlesen

Street Food Hype – Berlin

0 Kommentare

Ein neuer Berlin-Hype wurde gesichtet. Inspiriert von den Küchen dieser Welt, gepaart mit amerikanischen Unternehmergeist starteten einige “Food Evangelisten” Ihr kulinarisches Street Food Startup. Handmade Feinkost gibt es in der “Markthalle Neun” zu erleben. Jeden Freitag und Samstag gibt es dort einen Wochenmarkt mit 35 Lebensmittelhandwerkern, der langsam wächst und die Discounter in der Halle in den nächsten Jahren sukzessive ersetzen wird. Das Angebot ist saisonal, regional und natürlich auch international.

Der “Bite Club” in Berlin versteht sich als Street Food Party an der Spree. 2x im Monat sollen außergewöhnliche Street Food Spezialitäten aus Food Trucks und Food Buden angeboten werden. Zudem sorgen DJs und Bars für eine gute Stimmung. Es tut sich was in Berlin. Vielleicht schafft es ja der ein oder andere Street Food Anbieter, sich aus dem Hype zu lösen, die Erfahrung zu nutzen und aus der Idee ein professionelles Business Modell zu machen. In den USA gibt es schon einige Beispiele hierzu. Die Anbieter in Berlin wie folgt:

von Fabio Spennato – 01.08.2013